Die Etappe von Çerem nach Valbona gehört zu den spektakulärsten Tagen auf dem Peaks of the Balkans Trail – eine Route, die Wanderer über Zla Kolata (2.534 m), den höchsten Gipfel Montenegros, führt, bevor sie ins beeindruckende Valbona-Tal in Albanien hinabsteigt. Es ist ein langer und anspruchsvoller Tag, doch für starke Wanderer bietet er das lohnendste Gipfelerlebnis der gesamten Route.
Die Route beginnt in Çerem, einem abgelegenen Hirtenort im albanischen Hochland, der nur über eine Bergpiste mit Geländefahrzeugen erreichbar ist. Von hier steigt der schmale Wanderweg stetig durch Sommerweiden und lichter werdende Wälder in Richtung Bori-Pass an – dem ersten markierten Grenzübergang zwischen Albanien und Montenegro. Der Großteil der Wanderung bleibt auf albanischer Seite, mit nur einem kurzen Abschnitt in Montenegro auf dem Weg zum Gipfel.

Der Schlussanstieg zur Zla Kolata
Der Schlussanstieg auf Zla Kolata führt über Grashänge hinauf zu einem breiten Sattel direkt auf der unmarkierten Grenze zwischen Albanien und Montenegro. Kurz vor dem Gipfel erwartet Wanderer eine kurze und relativ einfache Kraxelpassage mit leichtem Handeinsatz und mäßiger Ausgesetztheit auf der rechten Seite, jedoch ohne besonders gefährliches Gelände. Der Gipfel selbst ist eine breite Fläche aus felsigem Karst-Kalkstein mit spärlicher Vegetation – typisch für die hohen Verfluchten Berge (Prokletije / Bjeshkët e Nemuna) – und bleibt oft bis in den Frühsommer hinein schneebedeckt.
Gipfelpanorama
Vom Gipfel aus werden Wanderer mit einem der schönsten Panoramablicke der Region belohnt. Bei klarem Wetter reicht der Blick hinüber zur Maja Jezercë (2.694 m), dem höchsten Gipfel der gesamten Verfluchten Berge, und ostwärts zur Gjeravica, dem höchsten Berg des Kosovo, während sich das grüne Valbona-Tal weit nach Süden erstreckt. Von diesem einen Gipfel aus lassen sich die höchsten Berge aller drei Länder erkennen, die durch den Peaks of the Balkans Trail miteinander verbunden sind.
Der Abstieg nach Valbona
Nach dem Gipfel führt die Route zunächst über dieselbe Mischung aus Gras- und Kalksteingelände bergab, bevor sie in duftende Kiefernwälder eintaucht und weiter hinunter nach Valbona verläuft – einem berühmten Bergdorf, umgeben von beeindruckenden Gipfeln, bekannt für seine Boutique-Gästehäuser, den türkisfarbenen Valbona-Fluss und seinen Ruf als eines der beliebtesten Ziele auf dem Peaks of the Balkans Trail.
Praktische Informationen
Schwierigkeit und Kondition
Mit etwa 21 km Länge und rund 1.820 Höhenmetern im Aufstieg ist dies eine lange und anstrengende Etappe mit steilen Passagen, die sie zu einem der anspruchsvolleren Tage der Route macht. Technisch bleibt die Wanderung jedoch unkompliziert, abgesehen von einer kurzen Kraxelstelle nahe des Gipfels. Gute Kondition und Trittsicherheit sind unerlässlich.
Grenzüberquerungsgenehmigung
Da der Weg eine internationale Grenze überschreitet, müssen Wanderer im Voraus eine Grenzüberquerungsgenehmigung beantragen. Es gibt keinen offiziellen Grenzposten im Gebirge, und die Genehmigung muss vor der Wanderung organisiert werden.
Alternative Route
Der Gipfel kann auch von der montenegrinischen Seite als Tageswanderung von Vusanje, einem Dorf nahe der Stadt Gusinje, bestiegen werden.
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